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Zahlungsmöglichkeiten im Internet - Hintergründe und Anforderungen

Hier eine Einführung in die Zahlungsmöglichkeiten im Internet. Das Whitepaper befasst sich ausführlich mit den Themen, wie die Zahlungsmöglichkeiten umgesetzt werden müssen sowie die rechtlichen Folgen bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Bestimmungen.

Inhaltsübersicht:

A) Relevanz der Zahlungsmöglichkeiten für den Online-Handel

B) Umsetzung der Angabe zu Zahlungsmöglichkeiten im Online-Shop

I) Inhaltliche Umsetzung der Zahlungsmöglichkeiten

II) Gestalterische Umsetzung der Zahlungsmöglichkeiten

III) Zeitpunkt der Information über Zahlungsmöglichkeiten im Vorfeld

C) Auswahl der möglichen Zahlungsmittel

I) Vorleistung ja oder nein

II) Klassische Zahlungsarten (Rechnung, Nachnahme, Überweisung, Lastschrift, Kreditkarte)

III) Online-spezifische Zahlungsmittel (PayPal, WEB.Cent, Click&Buy, T-Pay, iclear)

D) Absicherungsmöglichkeiten im Online-Handel

I) Risikomanagement

II) Sicherheits- und Verschlüsselungssysteme für den Online-Shop

E) Forderungsmanagement bei Zahlungsausfall

I) Mahnwesen

II) Kosten der Rechtsverfolgung

III) Verjährung

 

A) Relevanz der Zahlungsmöglichkeiten für den Online-Handel

Das Angebot von Protected Shops stellt eine einfache, kostengünstige und unkomplizierte Möglichkeit zur Erfüllung sämtlicher Belehrungs- und Informationspflichten im Online-Handel dar. Dazu gehört auch die Pflicht zur Information über die Zahlungsarten.

Zu den umfangreichen Pflichtinformationen, die der Online-Händler seinen Kunden anzugeben hat, gehört auch die Angabe über die Zahlungsarten, die der Händler seinen Kunden zur Verfügung stellt.

Der Händler hat dem Kunden also mitzuteilen, welche Zahlungsarten er akzeptiert. Daneben muss er die zur Erfüllung der Zahlungspflicht erforderlichen Angaben machen. Bietet er die Möglichkeit der Überweisung an, muss er beispielsweise seine Kontonummer und die Bankverbindung angeben. Der Kunde muss in der Lage sein, die Rechnung auch tatsächlich zu bezahlen.

Erfüllt er die Informationspflichten nicht oder fehlerhaft, besteht die Gefahr einer kostenpflichtigen Abmahnung durch Verbraucherschutzorganisationen und vor allem durch Konkurrenten. Diese werden bestrebt sein, fehlerhaften oder fehlenden Pflichtinformationen im Internet aufzuspüren und anwaltlich dagegen vorzugehen. Auf die Erfüllung der Angabepflicht sollte daher jeder Händler großen Wert legen.

Möchte er sicher gehen, dass diese und die weiteren Angaben, die er zu machen hat, rechts- und vor allem abmahnsicher sind, kann er das Angebot von Protected Shops nutzen.

B) Umsetzung der Angabe zu Zahlungsmöglichkeiten im Online-Shop

I) Inhaltliche Umsetzung der Zahlungsmöglichkeiten

Anzugeben sind die eingeräumten Zahlungsarten, die zur Durchführung erforderlichen Daten – Kontonummer, Bankverbindung des Händlers –, Beschränkungen für bestimmte Zahlungsarten sowie Zeitpunkt der Fälligkeit der Zahlung.

Der Online-Händler kann frei entscheiden, welche der vielen Zahlungsarten er seinen Kunden zur Verfügung stellt. Er ist nicht gezwungen ganz bestimmte Zahlungsarten zu akzeptieren. Auf der Shop-Seite hat er dann anzugeben, welche Zahlungsarten er zur Vertragsabwicklung anbietet. Um eine Bezahlung auch tatsächlich zu ermöglichen, muss er darüber hinaus auch alle Daten angeben, die der Kunde braucht, um seine Rechnung zu begleichen (bei Zahlung durch Überweisung muss er deshalb seine Kontodaten angeben). Sind für die Zahlungsabwicklung Daten vom Kunden erforderlich, muss er ihn informieren, welche Angaben er zur Abwicklung benötigt (bei Zahlung durch Kreditkarte muss also angegeben werden, welche Daten der Kunde zur Verfügung zu stellen hat, das sind meist Kartennummer und Verfallsdatum).

Macht der Händler Zahlungsarten von bestimmten Voraussetzungen abhängig, muss er diese nennen. Er kann beispielsweise eine Zahlung mittels Überweisung davon abhängig machen, dass bereits frühere Käufe mit dem Kunden erfolgreich abgewickelt wurden. Er kann auch Gebühren für eine Zahlungsart verlangen.

Die Voraussetzungen kann der Händler frei bestimmen. Er muss nur darüber informieren.

Anzugeben ist der Zeitpunkt der Zahlung, also ihre „Fälligkeit“. Darunter fällt auch die Angabe, wann der Händler selbst Geld vom Konto oder der Kreditkarte des Kunden einzieht.

Möglich ist es die Zahlung vom Erhalt der Ware abhängig zu machen oder vom Versand durch den Händler („Nach Erhalt der Ware haben Sie 14 Tage Zeit den Rechnungsbetrag zu begleichen.“, „Das von Ihnen angegebene Konto wird erst nach Versand der Ware belastet.“). Nach Ansicht des Gesetzgebers ist es für den Verbraucher kaufentscheidend zu wissen, wann er den Kaufpreis bezahlen muss. Kann er die Ware vorher testen und ausprobieren oder muss er in Vorleistung gehen ohne die Ware gesehen zu haben.

II) Gestalterische Umsetzung der Zahlungsmöglichkeiten

Informationen können auf einer Unterseite abgelegt werden, die von jeder anderen Seite des Online-Shops maximal zwei Klicks entfernt ist.

Auf welche gestalterische Art die Angabe zu erfolgen hat, legt das Gesetz nicht fest. Es verpflichtet nur die Angabe in klarer und verständlicher Form zu machen. Maßstab für die Klarheit der Informationen ist dabei das verwendete Fernkommunikationsmittel, im Online-Handel also die Gepflogenheiten des Internet.

Zur Pflichterfüllung können die Informationen auf einer Unterseite innerhalb des Online-Auftritts abgelegt werden. Diese Unterseite muss dann von allen anderen Unterseiten des Shops aus erreichbar sein. Dazu kann eine Verlinkung verwendet werden. Die Seite muss allerdings mit maximal zwei Klicks von jeder andern Seite  des Online-Shops aus erreichbar sein. Mehr als zwei Klicks schließen eine klare und verständliche Wahrnehmbarkeit durch den Kunden aus.

Ist Deutsch die Vertragssprache und gilt für den Vertrag deutsches Recht, sind die Informationen ebenfalls in Deutsch abzufassen.

Der Händler muss lediglich die Möglichkeit der Kenntnisnahme durch den Verbraucher gewährleisten, nicht, dass dieser auch tatsächlich Kenntnis nimmt.

III) Zeitpunkt der Information über Zahlungsmöglichkeiten im Vorfeld

Die Information muss vor Vertragsschluss erfolgen.

Der Händler hat seine Kunden „rechtzeitig vor Abgabe ihrer Vertragserklärung“ die Informationen zur Verfügung zu stellen. D.h. sie darf nicht erst nach Absendung der Bestellung durch den Käufer erfolgen. Er soll über die angebotenen Zahlungsmöglichkeiten im Vorfeld informiert werden, damit er entscheiden kann, ob er einen Vertrag zu diesen Bedingungen überhaupt schließen will.

C) Auswahl der möglichen Zahlungsmittel

Bevor er die oben genannten Angaben machen kann, muss sich der Online-Händler zunächst entscheiden, welche Zahlungsmöglichkeiten er seinen Kunden überhaupt einräumen will. Neben den klassischen auch außerhalb des Internet-Shoppings möglichen Zahlungsarten, gibt es verstärkt solche, die speziell auf den Online-Handel zugeschnitten sind und für diesen entwickelt wurden. Alle Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile, die der Händler gegeneinander abwägen muss.

Auf Grund der gesetzlich verankerten Vertragsfreiheit, kann der Händler allein entscheiden, welche Zahlungsmöglichkeiten er zur Verfügung stellt. Er ist nicht verpflichtet, seinen Kunden bestimmte Zahlungsarten anzubieten. Es ist allerdings bei der Auswahl der zugelassenen Zahlungsarten sinnvoll, auch die Bedürfnisse des Kunden im Auge zu behalten. Denn auch so kann die Attraktivität des eigenen Online-Shops gesteigert werden.

I) Vorleistung ja oder nein

Jeder Händler muss sich zunächst fragen, ob er bereit ist seine Ware vor Zahlungseingang zu verschicken oder ob er diesen abwarten will. Geht er selbst in „Vorleistung“, verschickt er also die Ware ohne bereits die Gegenleistung in Form des Kaufpreises erhalten zu haben, riskiert er, dass er weder den Kaufpreis noch seine Ware zurück erhält. Wartet er hingegen ab, bis der Kunde den Kaufpreis gezahlt hat, besteht die Gefahr, dass sein Absatz sinkt. Denn Käufer präferieren einen Shop, bei dem sie die Ware erst angucken und testen können, bevor sie bezahlen müssen. Die Kaufentscheidung fällt ihnen dann leichter. Entsprechend schwer fällt sie, wenn sie diese Möglichkeit nicht haben.

Hat er sich für eine der Varianten entschieden (selbst in Vorleistung zu gehen oder erst den Zahlungseingang abzuwarten), muss er sich auf konkreten Zahlungsarten festlegen, die er seinen Kunden zur Verfügung stellt. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Neben den klassischen Bezahlsystemen wie Zahlung auf Rechnung, Überweisung, Kreditkartenzahlung, Lastschriftverfahren und Nachnahme entstehen auch immer mehr Systeme, die den Anforderungen des Internethandels gerecht werden wollen. Beispiele dafür sind die Einrichtung virtueller Konten (PayPal, WEB.Cent) oder virtuelle Abrechnungssysteme (Firstgate Click & Buy, T-Pay). Aber auch Treuhänderische Systeme sind mittlerweile im Internet möglich (iclear). Welche Zahlungsarten für den Händler am attraktivsten sind, hängt von den damit verbundene Kosten und Risiken ab.

 
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