Datenschutzbeauftragter

Unternehmen, die personenbezogene Daten automatisiert erheben, verarbeiten oder nutzen, sind verpflichtet, einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten zu bestellen, wenn sie bei der automatisierten Datenverarbeitung mindestens 10 Personen oder bei der Verarbeitung auf andere Weise (d.h. bei manuellen Verfahren) mindestens 20 Personen beschäftigen.

Maßgebend ist dabei nicht die Anzahl der Arbeitnehmer, sondern die der im Unternehmen tätigen „Personen“ (d.h. auch freie Mitarbeiter, Auszubildende und Geschäftsführer).

Der betriebliche Datenschutzbeauftragte prüft, ob die datenschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten werden und spricht Empfehlungen zur Verbesserung aus.

Für die Geschäftsführung und die Mitarbeiter ist er Ansprechpartner in allen Fragen rund um den Datenschutz.

Nach § 4f Abs. 2 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) darf als Datenschutzbeauftragter nur bestellt werden, wer dafür die nötige Fachkunde und Zuverlässigkeit besitzt. Dazu gehören technische Kenntnisse in der Datenverarbeitung, fundierte juristische Kenntnisse, insbesondere im Datenschutzrecht sowie gute organisatorische Kenntnisse. Die fehlenden Fachkenntnisse können auch im Rahmen einer Fortbildung erworben werden.

Die Bestellung zum Datenschutzbeauftragten muss innerhalb einer Frist von einem Monat nach der Aufnahme der Tätigkeit des Unternehmens erfolgen. Wer dies versäumt muss damit rechnen, dass diese Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Die Person des Datenschutzbeauftragten muss nicht unbedingt dem eigenen Betrieb angehören, sondern kann auch extern bestellt werden.

Wichtig ist, dass weder der Inhaber des Unternehmens noch ein Mitglied der Geschäftsführung zum Datenschutzbeauftragten bestellt werden darf. Grundsätzlich sind auch die Aufgaben des Leiters der EDV-Abteilung und des Personalleiters nicht vereinbar mit der Funktion des Datenschutzbeauftragten, da hier ein Interessenkonflikt zu befürchten ist.

Der Datenschutzbeauftragte ist der Unternehmensleitung unmittelbar zu unterstellen. Bei der Anwendung seiner Fachkunde auf dem Gebiet des Datenschutzes ist er weisungsfrei.

« Zurück zum Glossar
2017-05-10T11:20:56+00:00 25. Oktober 2016|
Ausgezeichnet.org
Sofort Kontakt